Nur original ist… naja… original… Ach, halt den Rand!

BMW R80 G/S, BJ 1981. Scrambler-Umbau. Foto: Holger Mock

Ist schon witzig. Mittlerweile bin ich ja in diversen BMW- und Scrambler-Gruppen auf facebook unterwegs. Und da gehen die Meinungen doch teilweise sehr stark auseinander, was Motorräder angeht. Da poste ich – stolz wie Bolle – ein Foto meiner BMW in einer BMW-G/S-Gruppe, und was passiert? Ich bekomme die volle Wucht der Hater ab 😀 Naja, nicht so schlimm, wie wenn ich mit dem Vornamen Özgür auf einer NPD-Seite posten würde, aber immerhin… Da stellt doch einer die Frage, was das soll mit dem vorderen Schutzblech. Was ich denn mit dem kurzen Schutzblech bei Regen mache.

Menschenskind. Steilvorlage: Ich werde nass. Und jetzt? Fragt er sich, ob ich denn auch wirklich mit dem Ding Tausende von Kilometern im Jahr abschruppe, wie sich das gehört. Nein, mach ich nicht. Hab ich früher mal gemacht. Mittlerweile ist die Lady alt und ich bin sogar noch zehn Jahre älter. Trotzdem fahre ich natürlich noch regelmäßig. Schlau, wie ich numnal bin, hab ich vor über 10 Jahren meinen Wohnsitz ins Allgäu verlegt. Da fahr ich aus der Ortschaft und zack! bin ich mitten in den schönsten Motorradstrecken Deutschlands. Ohne Scheiß! Haben denn die Originalheimer keine anderen Sorgen?

Merken die denn, dass sie argumentieren wie der TÜV-Beamte in „Werner – Beinhart“? Nix gegen originale Oldtimer. Find ich toll. Aber mal ganz ehrlich: Die BMW R80 G/S ist im Original echt hässlich. Trotzdem war es volle Absicht, dass ich sie vor weit über 20 Jahren gekauft habe. Wegen des Scrambler-Potentials und der für die 80er echt revolutionären Fahrwerkstechnik (Einarmschwinge, Monofederbein). Dieses Motorrad ist ein Meilenstein der Motorradgeschichte. Und das mit einem Motor, dessen Grundkonstruktion älter nicht sein könnte.

Also, liebe Originalheimer: Alles gut. Ich mag eure Motorräder. Ihr müsst meins nicht mögen. Aber ihr braucht euch auch nicht despektierlich zu äußern über jemanden, der mit viel Arbeit, Schweiß, Gedankenwürmern und Verletzungen (ich bin handwerklich hoch ambitioniert, aber nur mäßig begabt) alles versucht hat, selbst zu machen und eine wirklich individuelle Karre gebaut hat.

Und noch was: Dieses Wettbewerbs-Getue („Ich fahr mit meiner Maschine 23.000 Kilometer im Jahr und war heuer auf Korsika und am Nordkap, und du so?“), das geht mir echt auf den Keks. Es geht am Ende des Tages nicht darum, wie weit man gefahren ist. Sondern darum, ob man heil wieder heimkommt. Amen.

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